Was gibt es Neues in Nesthäckchens Puppenkörbchen?
Zum Nestgeflüster vom
23.Mai 2013 geht es hier entlang:
Nestgeflüster
Da ist sie nun. Das Nesthäkchen meiner Puppenseiten!
Der Wunsch nach einem Körbchen voll Puppenliebe kam mir einst im Frühling. Damals haben wir kleine Kaninchen zu uns nach Hause geholt, die wir hin und wieder in ein geflochtenes Körbchen setzten, um sie zu fotografieren. Man kann sich bestimmt vorstellen, dass ein junges Kaninchen, das gerade mal über den Korbrand schauen kann, allerliebst aussieht und man immer dazu verführt ist, das kleine Kerlchen zu streicheln. Wenn man so ein kleines Wesen im Arm hält stellt sich so etwas wie Behutsamkeit ein und man ist ganz in dem Wunsch befangen, es dem kleinen Häschen gut gehen zu lassen.
Wenn ich eine Puppe nähe, habe ich ein ähnliches Gefühl. Sobald sie fertig vor mir sitzt möchte ich noch etwas für sie tun. (So wie es eine Puppenmutter tut, die noch ein Weilchen mit der Puppe verbringen möchte, bevor sie diese in ein neues Zuhause schickt) Das ist mein persönlicher Anreiz, der mich manchmal sogar auf neue Ideen bringen kann.
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- Babypuppen
So eine Idee muss mir wohl gekommen sein, als meine Gedanken gerade um sehr einfache Dinge kreisten. Ich dachte, an das Spielzeug in Waldorfkindergärten. Die überschaubaren Spielsachen aus Naturmaterialen, die Kinder Tag für Tag dazu anregen sollen neue Spielsituationen zu erschaffen, stellten mich vor die Frage, was ich machen würde, wenn ich nur begrenzte Mittel zur Verfügung hätte. Ich kam also gar nicht erst auf die Idee, durch mein Stofflager zu gehen, um mir dort ein Puppenbett auszusuchen oder mich von den verschiedenen Farben und Formen, die mir dort begegnen, beeinflussen zu lassen. Ich wollte meine Utensilien so einfach wie möglich halten und malte mir zuerst aus wie es wäre, wenn ich nur ein Körbchen und eine Puppe hätte (die selbe Ausgangsituation wie mit dem Kaninchen). Allein der Korb konnte sogleich ein Bett, eine Tragetasche oder ein Laufstall sein. Doch ich wollte noch etwas hinzufügen und entschied mich für ein paar bunte Seidentücher, die ich um den Korb schlingen konnte, um eine Wiege daraus zu machen.
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- Puppenmöbel
Mit diesen wenigen Materialien boten sich viele Gestaltungsmöglichkeiten. Ich machte mich ans Werk Seide und Korb miteinander zu verbinden und strickte aus dicker Schurwolle eine Decke, die ich in den Korb hineinlegen konnte. Auf diese Weise konnte ich auf die Nähmaschine verzichten, um alles mit meinen Händen zu schaffen. So klein und unscheinbar es angefangen hat, so vielseitig wurde meine Experimentierfreudigkeit, verschiedene Dinge miteinander zu kombinieren. Wichtig war nur: Es müssen Naturmaterialien sein, die von Hand bearbeitet sind oder noch bearbeitet werden können. Mit diesen einfachen Spielregeln wurde mir bald klar, dass wieder eine neue Puppenseite her muss ;-)
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- Puppenkinder
Doch selbst die besten und einfachsten Ideen haben manchmal einen Haken. Wie man auf den folgenden Seiten sehr anschaulich erkennen kann, habe ich mich kein bisschen daran gehalten schlicht und einfach in meinem kreativen Rahmen zu bleiben. Während meiner monatelangen Vorarbeit kamen neue Ideen und Inspirationen dazu und so konnte ich mir bald selbst dabei zusehen wie ich den Pfad der guten Hoffnung verließ, um meinem eigenem Stil zu folgen. Ich glaube, das ist die wahre Substanz, die meine Puppenliebe so wirklich macht.
Ich lebe mich frei aus und kenne dabei keine Einschränkungen. Die Körbchen waren eine niedliche Idee und ich habe sie bei meinen Babypuppen bis zuletzt genutzt und mich darüber gefreut, die bunte Seidentücher auf die noch buntere Puppenkleidung abzustimmen. Was gibt es schöneres als mit Mustern und Farben zu spielen? Gleich wohl wurde ich manchmal auch von neuen Stofflieferungen überrumpelt. Stoffe, die mir zuerst gar nicht in den Sinn gekommen wären, die ich aber so schön fand, dass ich unbedingt ein Häwelkind damit einkleiden wollte. Als mir mit der Zeit immer deutlicher bewusst wurde, dass ich eine ganz andere Richtung einschlug, musste sogleich ein neues Konzept her und auch das Design der Seite musste neu angepasst werden.
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- Filztiere
Nachdem dieses Hindernis überwunden war, fühlte ich es wieder- diese erwartungsvolle Hoffnung, die mich mit reichlich Fleiß übergoss und mir viele schöne Stunden in meiner Puppenstube bescherte. Nach und nach entstanden meine neuen Puppenkinder (zwischenzeitlich musste ich auch mal andere Puppen nähen und kam nicht immer so schnell voran wie ich gerne wollte ;-)) und ich hatte während der Näharbeiten viel Zeit mir über gewisse Dinge Gedanken zu machen.
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- Kleiderbächen
Es ist nicht immer selbstverständlich, dass Erwachsene eine Puppe fürsorglich behandeln oder sie zumindest als wichtigen Spielgefährten für das Kind ansehen. Ganz in unserer Nähe ist ein Kindergarten und so habe ich oft die Gelegenheit Kinder beim spielen zu beobachten. Das ist meistens ganz lustig, aber manchmal stimmt es mich auch nachdenklich. Da sehe ich zum Beispiel kleine Mädchen, die einen Puppenwagen vor sich herschieben, in dem eine nackte Plastikpuppe liegt. Die Puppe ist nicht zugedeckt und scheint auch sonst recht verwahrlost zu sein. Dann frage ich mich, ob die Mutter des Kindes, die neben dem Puppenwagen herläuft, nicht sieht unter welchen Bedingungen die Puppe spazieren gefahren wird? Man kann natürlich einwenden, dass es sich nur um eine Puppe handelt, die ohnehin nichts fühlt und auch nicht frieren kann. Aber man sollte sich auch bewusst machen, dass die Puppe ein Abbild des Menschen ist und in kleinen Kindern den Instinkt wach ruft, sich um die Puppe zu kümmern. Wenn die Eltern die Puppe jedoch nur als Gegenstand ansehen und das Puppenspiel allein dem Kind überlassen, kann ein Kind nicht lernen fürsorglich mit der Puppe umzugehen. Das ist eigentlich sehr schade, denn gerade das Puppenspiel prägt ein Kind in seinem Handeln. Nicht zuletzt auch in dem Sinn, die Ankunft eines neuen Geschwisterchens mitzuerleben und die Pflege an der Puppe nachzuahmen.
Ein ganz anderes Gefühl scheinen handgefertigte Stoffpuppen in Erwachsenen wachzurufen. Ich erlebe es immer wieder und es macht mich auch ein bisschen stolz, wenn ich höre, dass meine Häwelkinder zu richtigen Familienmitgliedern geworden sind und überall hin mitgenommen werden. Wer eine Stoffpuppe hat oder schon einmal hatte, wird wissen, das solche Ausflüge nicht immer schadlos an den Puppen vorbei gehen.
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- Mitnehmchen
Manchmal werden sie schmutzig oder scheuern sich ein Knie auf, werden nach jahrelanger Sonne im Herzen und am Stoff bleich statt braun und verlieren auch schon mal die Haare. Diese Gebrauchsspuren sind ganz natürlich und verdeutlichen wie sehr die Puppe am Leben des Kindes teil nimmt. Kleinere Schäden kann man schell selber heile machen und auch die Flecken lassen sich gut auswaschen. Wenn die Puppe jedoch einmal schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde, bietet sich immer die Möglichkeit, mir die Puppe zur Reparatur zurück zu schicken.
Einmal habe ich eine Puppe zur Reparatur bekommen, die eine neue Frisur bekommen sollte. Die Mutter schrieb mir vorher, dass ich bei dem Anblick von Mimi bitte nicht erschrecken solle. Mimi wurde schon ein paar mal eingecremt, musste Sandkuchen essen und sich danach die Zähne putzen. Trotz ihres Aussehens wird die Puppe jedoch heiß und innig geliebt und man könne sie nurnur schwer von ihr ternnen. Besonders das kleine Mädchen wollte "ihr Baby" nicht hergeben. Nachdem man ihr jedoch versprochen hatte, dass die Puppe mit neuer Kleidung zurück kommen würde, willigte sie ein und Mimi sollte für ein paar Tage Urlaub in der Zauberhaften Puppenwelt machen ;-)
Als ich das Paket annahm, rechnete ich beinahe mit dem schlimmsten, doch als ich den Deckel öffnete, sah ich eine wohl behütete Babypuppe, die liebevoll in einer Decke eingewickelt lag und einen Brief für mich dabei hatte. Mimi sah gar nicht so schlimm aus. Ein paar weiße Flecken am Bauch, die nicht mehr rausgegangen waren und ein bisschen Haarausfall an der Stirn, waren die einzigen Makel, die ich feststellen konnte. Natürlich war sie weicher geworden, roch intensiv nach Babyshampoo und hatte ein rundlicheres Gesicht bekommen. Aber ansonsten war sie erstaunlich gut erhalten, sogar das Näschen war sauber!
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Nach der Reparatur sah sie fast! ;-) wieder wie neu aus und das neue Kleidchen unterstütze diesen Eindruck. Natürlich wickelte ich Mimi wieder in ihr Tuch ein und schicke sie zurück zu ihrer Familie, wo sie freudig empfangen wurde.
Ähnliche Geschichten höre und lese ich oft und es sollte ein Beispiel dafür sein, wie schön eine Puppe in die Familie integriert werden kann. Eine Stoffpuppe ist nicht austauschbar wie ein beliebiges anderes Spielzeug, sie hat von Anfang an eine Seele und wird von dem Kind zu einem charakterstarken zweiten Ich geformt. Die Puppe ist ein Gegenüber, ein Freund und ein Begleiter in den ersten Lebensjahren - vielleicht bleibt sie sogar ein Leben lang in guter Erinnerung. Eine Puppe kann nie früh genug in ein Kinderzimmer einziehen.
Am Anfang ist eine Erstlingspuppe die richtige Wahl für einen Säugling. Mir gefällt aber auch die Vorstellung, dass neben dem Kinderbett eine Puppe sitzt, die fast so groß ist wie das Kind selbst. Eine Puppe, die von Anfang an da ist, die solange neben dem Bett wacht bis das Kind langsam ein Interesse für sie entwickelt und den ersten Kontakt mit ihr sucht. Das Kind wird größer und älter, aber die Puppe bleibt so klein wie sie ist. Das vertraute Etwas, das solange unberührt im Kinderzimmer saß, wird nun umhergetragen und bespielt. Wenn ein Erstlingspüppchen ausgedient hat, fängt der Spaß mit einer Schmusepuppe oder mit einer 40 cm Babypuppe erst richtig an.
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Wie schön ist es dann, wenn die Eltern eine kleine Ecke erschaffen, wie z.B ein Zelt, in dem Puppe und Kind sich ungestört zurück ziehen und tuscheln können! Vielleicht ist dann auch Zeit für ein Puppenbettchen gekommen? Wie ich oben beschrieben habe, kann man diese ja ganz leicht aus einem Weidenkörbchen und Tüchern selber machen oder man entscheidet sich für ein handbemaltes, individuelles Puppenbett, die man in der Rubrik Puppenmöbel finden kann. ;-)
Dem Puppenspiel sind jedenfalls keine Grenzen gesetzt. Und wenn man immer schön daran denkt, die Puppe auch in der Nacht warm zu halten und sie vom Boden aufzuheben, wenn sie mal hinunter gefallen ist, können alle zufrieden miteinander leben ;-)
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- Nesthäkchen
Die Häwelpuppen, die ich auf meinen Webseiten zeige, sind alle in liebevoller Handarbeit entstanden. Da ich jedoch als kommerzielle Puppenmacherin gelte, muss ich darauf hinweisen, dass ich keine Waldorfpuppen anbiete. Der Begriff Waldorfpuppen ist markenrechtlich geschützt und darf offiziell nur von der Firma Käthe Kruse gebraucht werden. Als reine Waldorfpuppen gelten weiterhin sämtliche Stoffpuppen, die zu privaten Zwecken angefertigt wurden und den gängigen Kriterien der Waldorfpuppen entsprechen. Ich bemühe mich seit Jahren meinen Puppen nach diesen Wertschätzungen zu nähen. Vermischt mit meinem eigenen Stil, hoffe ich, dass meine Puppen auch ohne den Namen Waldorfpuppen auskommen und als Häwelpuppen Beachtung finden.
NetZähler