Märchenwolle

Als Märchenwolle benennt man kadierte und gekämmte Wolle, die vom Merinoschaf gewonnen wird. Es gibt zwei Arten von Märchenwolle, die sich jeweils in Textur und Farbe unterscheiden. Die ökologischste Märchenwolle besteht aus unbehandeltem Schafwollvlies. Sie ist kurfaserig und gekräuselt und eignet sich besonders gut zum filzen. Sie ist vollkommen natürlich und zeichnet sich durch die eher gedeckten und hellen Farben aus, die nur eine Pflanzenfärbung hervorrufen kann.

Die "andere" Märchenwolle glänzt in 100 verschiedenen Farben und verleiht der Wolle ihren unverwechselbaren märchenhaften Charakter. Hierbei handelt es sich um die chemisch gefärbte Variante, die langfaserig und glatt beschaffen ist. Sie ist die bekannteste und weitaus beliebtere Märchenwolle. Sie wiegt leicht in der Hand, fühlt sich zart an und ist einfach schön anzusehen. Zum filzen eignet sie sich jedoch weniger, da die geglätteten Wollfasern sich schwieriger in einander verhaken als es zum Beispiel bei der gekräuselten Märchenwolle der Fall ist. So hat jede Märchenwolle ihre Vor und Nachteile und lässt sich auf verschiedene Weise nutzen.

Da die Märchenwolle jedoch häufig im trocknen Zustand verwendet wird, sind die Filzeigenschaften eher zweitrangig. Man möchte lieber den luftig leichten Charakter der Märchenwolle bewahren, indem man zarte Bildnisse oder Figuren schafft. Für das Gelingen ist es wichtig, dass man sehr sparsam mit der Märchenwolle umgeht. Man darf die Figur nicht erdrücken, indem man mehrere dicke Lagen aufträgt, sondern sollte darauf achten, dass die Märchenwolle immer fein gezupft wird. Nimmt man nur eine kleine Menge Märchenwolle zwischen Daumen und Zeigefinger löst sie sich bei leichten ziehen viel besser aus dem Kammzug als wenn man versuchen würde sie in großen Stücken abzureißen. Bei solchen Versuchen zeigt sich das Material unnachgiebig und man hat Mühe die Wollfasern von einander zu trennen. Außerdem sollte man der Märchenwolle nie mit der Schere zu Leibe rücken. Abgeschnitten wirkt die Märchenwolle weniger schön.

Ich selber verwende die Märchenwolle sehr gerne um luftig, leichte Feen oder Schutzengel zu gestallten. Die Märchenwolle lässt sich aber auch vielfach anders einsetzen. Mit unbändiger Fantasie einstehen ganz persönliche Unikate. Mann kann Märchenwolle auch auf Styropor auftragen (mit einer dafür extra geeigneten Filznadel) und eine schöne Filzdose kreieren.

Für mich ist die Gestaltung mit Märchenwolle zu einer schönen Beschäftigung neben meinen Puppen geworden und ich möchte auf dieser Seite einige meiner Arbeiten vorstellen.