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Rosenengelzeit
Wenn die Sonne ihre Strahlen über den Garten wirft
und der Tau noch frisch auf den Gräsern liegt,
wenn der Wind in den Kronen der Bäume spielt
und die letzte Frühjahreskälte von dannen zieht,
wenn der Juni die schönen Rosen zum Blühen bringt
und dazwischen ein kleiner Engel seine Flügel schwingt,
ist es wohl so weit - nun beginnt die Rosenengelzeit.
In der Früh, wenn die kleinen Knospen erwachen,
hört man sie schon von weiten mit den Engelchen lachen.
Die Jüngsten lächeln ganz entrückt,
als wären sie im Himmel, meinen die Großen völlig entzückt.
Drunter und drüber geht es bei den Engelskindern,
die fünf Botschaften an alle Rosenliebhaber bringen.
Leicht und munter fliegen sie dahin –geschwind, geschwind, ruft der Wind.
Die großen Babys haben keine Flügel mehr,
denn zum Fliegen sind sie viel zu schwer.
Sie liegen im Mittagschatten schläfrig in den Hängematten.
Schneeweißchen und Rosenrot, sind hingegen sehr besorgt.
Die beiden Mädchen haben doch glatt vergessen, die Rosen zu gießen,
weil sie sich zu sehr auf den Regen verließen.
Drüben am Röschenstrauch,
tollen die munteren Kätzchen auch,
um den Hals tragen sie eine Schleife
und ihr Fell duftet nach frischer Seife.
Vier sind es an der Zahl,
da haben selbst die Englein keine leichte Wahl.
In den Abendstunden, am Brunnen sitzend
und ab und zu ein Bonbon stibitzend,
kichern die Englein froh
und denken, ach wäre das doch immer so!
Später dann im Abendrot, zwei Englein sind geblieben,
die sich vom süßen Rosenduft bezaubert,
ineinander verlieben.
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