Stoffpuppe

Das wichtigste Merkmal einer Stoffpuppe ist die kindgerechte Ausarbeitung. Der Körper soll weich und anschmiegsam in den Armen des Kindes liegen. Damit das gelingt, wird die Stoffpuppe meistens mit ungesponnener und ungefärbter Schafwolle gefüllt. Alternativ kann man Synthetikwatte benutzen, um den Körper angenehm und weich zu formen. Gelegentlich gibt es auch Stoffpuppen, die mit Holzwolle gefüllt sind. Dadurch wird der Körper jedoch fast steif und verliert an Elastizität.

Das Gesicht einer Stoffpuppe ist meistens nur angedeutet. Es gibt verschiedne Möglichkeiten ein Puppengesicht so zu gestalten, das es zwar natürlich, aber dennoch zurückhaltend wirkt. Manche Puppenmacherinnen sticken ihrer Stoffpuppe mit Baumwollgarn ein Gesicht auf, andere ziehen das Malen mit Textilfarben vor. Eine Nase ist kein Muss, da sie aber mit einfachen Mitteln im Gesicht unterzubringen ist, sieht es immer harmonischer aus, wenn eine kleine Hervorhebung der Nase sichtbar ist.

Eine Stoffpuppe kann im Gegensatz zu einer Waldorfpuppe mit vielen Extras versehen werden. Natürlich kann dies nur im Rahmen der Möglichkeiten geschehen, die man mit Stoff vollbringen kann; doch so manche Stoffpuppe zeigt sich mit ausgearbeiteten Fingern und Zehen, einem Bauchnabel, Brustknospen und sogar die Andeutung von Geschlechtsteilen soll machbar sein. In jenen Details setzt jeder Künstler einer solchen Stoffpuppe seine eigenen Schwerpunkte.

Die Haare einer Stoffpuppe bestehen meistens aus Mohairwolle. Diese kann zu einer Perücke gehäkelt und anschließend am Kopf angenäht werden oder die Mohairwolle wird direkt am Kopf aufgestickt. Mit Mohairwolle kann man viele Frisuren gestalten. Ob glattes oder lockiges Haar, Zöpfe oder Pferdeschwanz, nahezu alles ist möglich. Über die Frisur definiert sich außeßrdem der Charakter einer Stoffpuppe. Sie kann dadurch älter oder jünger wirken, frecher oder lieber aussehen. Da die Mohairwolle sehr langfaserig ist, flust sie anfangs etwas. Für Babys ist es deswegen besser, wenn die Stoffpuppe erst mal keine Haare vorzeigt und nur eine festgenähte Mütze über den Kopf trägt. Alternativ bietet sich auch Baumwolle für eine Puppenfrisur an. Die Baumwolle haart zwar nicht, allerdings ergibt sie nicht den gleichen schönen Effekt wie Mohairwolle.

Man sollte auch bedenken, dass sich das Aussehen einer Stoffpuppe mit der Zeit verändert.

Eine Stoffpuppe, die anfangs fest gestopft war und dadurch gesund und munter wirkte, erschlafft nach einer Weile. Die Schafwolle wird platter und auch das Gesichtchen kann etwas eingedrückt werden. Durch das andauernde Spiel mit der Stoffpuppe, kann es auch passieren, dass sie mal schmutzig wird. Kleinere Flecken kann man gut mit Seife und viel Wasser ausspülen, sollte die Puppe jedoch so verschmutzt sein, dass die Handwäsche keine Linderung bringt, darf man die Stoffpuppe auch in die Waschmaschine stecken. Dann aber bitte nur mit Feinwaschmittel im Schonwaschgang säubern ohne schleudern und auf gar keinen Fall darf man eine Stoffpuppe in den Trockner stecken. Stoffpuppen müssen in einem warmen Raum, am besten in ein Handtuch gehüllt, trocknen.

Trotz allem kann eine geliebte Stoffpuppe nie so schlimm aussehen, dass das Kind keinen Gefallen mehr an ihr findet. In den Kinderaugen wird die Puppe immer das "Trösterchen", der Freund oder das kleine Baby bleiben, das umsorgt und geliebt wird. Kinder sehen über die vermeintlichen Gebrausspuren hinweg. Trotzdem sollten die Eltern ein Auge auf die Stoffpuppe haben und im Zweifelsfall erste Hilfe leisten. Wenn Kinder noch klein sind, wissen sie nicht immer, was sie ihrer Stoffpuppe antun. Deswegen ist es schwer, dem Kind irgendwelche Vorwürfe zu machen. Dennoch wird die Stoffpuppe von ganzen Herzen geliebt und altersgemäß geachtet.