Waldorfpuppen

Aus der Waldorfpädagogik geht die Lehre hervor wie man eine Waldorfpuppe gestaltet. Im Grunde sind Waldorfpuppen einfache Stoffpuppen, deren ganze Erscheinung nur angedeutet ist. So besitzt eine Waldorfpuppe zwar einen Kopf, einen Körper, Arme und Beine, aber sämtliche aufwändig detaillierten, menschlichen Merkmale werden beinahe gänzlich ausgelassen. Das Gesicht der Waldorfpuppen soll vorzugsweise ausdruckslos sein. Man kann sich hierbei aussuchen, ob man es lieber aufmalen möchte oder die Augen und den Mund mit farbigen Stickgarn aufsticken will. In Waldorfschulen malt man häufig mit Buntstiften. Wenn das Gesicht verblasst ist, kann man es immer wieder nachzeichnen. Wasserfeste Textilfarben bieten sich aber genauso gut an.

Je nach persönlicher Vorliebe, können die Augen rund oder sternchenförmig aufgestickt sein, beides ist erlaubt. Auch der Mund kann unterschiedlich aussehen, wobei man hier darauf achten sollte, dem Mündchen keine Mimik zu geben, da die Gefühlsstimmung einer Waldorfpuppe nicht erkennbar sein soll. Damit möchte man erreichen, dass das spielende Kind nicht beeinflusst wird und der Waldorfpuppe jeden Ausdruck angedeihen lassen kann, den es empfinden möchte.

Eine Puppe, die in ihrer Mimik bereits festgelegt ist, behält dem Kind die Möglichkeit vor, die Puppe von einer anderen Seite zu sehen. Dem Kind fällt es schwer einer lachenden Puppe auch mal Traurigkeit anzudichten. Deswegen sind die Gesichter auf ein Minimum reduziert, um die Fantasie des Kindes nicht einzuschränken. Manchmal wird bei einer Waldorfpuppe sogar die Nase weggelassen, um diese kindlicher aussehen zu lassen.

Die ursprüngliche Waldorfpuppe hatte gar kein Gesicht. Ein bloßer Kopf sollte ausreichen.

Mittlerweile wurden diese Normen jedoch etwas gelockert und vielfach von Puppenmacherinnen erweitert, um den Waldorfpuppen einen eigenen Stil zu geben. Das ist auch gut so, den letztlich sind es nicht nur die Kinder, die in den Waldorfpuppen Freude und Trost finden, sondern auch die eigentlichen Hersteller, die in ihrer kreativen Handarbeit, ein kleines liebevolles Wesen aus Stoff erschaffen.

Je nach Alter des Kindes, soll auch die Waldorfpuppe mitwachsen. So genügt einem Neugeborenen ein einfaches Seidentuch, in das mehrere Knötchen gebunden sind. Das Baby kann danach greifen und es ohne Bedenken in den Mund nehmen.

Später, darf die Waldorfpuppe größer und auch ausgeformter sein. Ein Körper aus Stoff ( wie ein Säckchen) mit einem kleinen Kopf und einer festgenähten Mütze, stellt ein Erstlingspüppchen dar.

Mit Beginn des ersten Lebensjahres kann man dem Kind eine Gliederpuppe mit Armen und Beinen anvertrauen. Diese sollte jedoch klein und handlich sein, damit sie bereits am Leben des Kleinkindes teilhaben kann.

Mit voranschreitenden Alter wird es wichtig, die Waldorfpuppe an und aus zuziehen. Spätestens dann sollte die Kleidung ihren Sinn darin erfüllen, kinderleicht wechselbar zu sein.

Für Kinder im Kindergartenalter bieten sich größere Waldorfpuppen an. Oft werden sie geschenkt, weil ein Geschwisterchen unterwegs ist und das Kind ein eigenes Baby, in Form einer Waldorfpuppe bekommen soll, das es bemuttern kann.

Auf die Verarbeitung und das Material wird bei einer Waldorfpuppe besonders viel Wert gelegt. Dabei werden nur Naturmaterialien verwendet. So kann die Waldorfpuppe zum Beispiel auf rein pflanzlicher Basis hergestellt werden und besteht dann hauptsächlich aus einer Wurzel, Steinen oder Holz. Da wir unsere Waldorfpuppen jedoch zum kuscheln und spielen haben möchten, müssen wir die Naturmaterialein, aus denen eine Waldorfpuppe genäht werden soll, etwas einschränken. Zum Füllen des Puppenkörpers verwendet man chemisch unbehandelte Schafwolle und zum stricken und nähen der Kleidung Baumwolle, Seide oder Mohair.

Zur Belebung von Waldorfpuppen werden auch deswegen Naturmaterialien gebraucht, weil man ihnen nachsagt beseelt zu. Organische Stoffe, die einmal gelebt haben besitzen eine Seele. Für unsere Kinder ist es wichtig diesen naturbelassenen Charakter, den zum Beispiel Schafwolle im hohen Maße aufweist, über die Sinnesorgane einzufangen und zu erleben.

Waldorfpuppen entstehen nicht am Fliesband. Sie werden ganz individuell in Handarbeit angefertigt. Oft wird die Waldorfpuppe genau für das Kind genäht, welches die Puppe bekommen soll. Dieser Hintergrund ist ausschlaggebend für eine echte Waldorfpuppe.

Wobei ich an dieser Stelle erwähnen muss, dass der Begriff Waldorfpuppe/Waldorfpuppen markenrechtlich geschützt ist und von kommerziellen Puppenmacherinnen nicht verwendet werden darf. Da ich meine Häwelpuppen über das Internet verkaufe, muss ich deswegen darauf hinweisen, dass ich keine Waldorfpuppen, im namentlichen Sinne, anbiete. Meine Stoffpuppen tragen daher einen eigenen, erfundenen Namen ("Häwelpuppen"), den ich aus der Geschichte "Der kleine Häwelmann" abgeleitet habe.